Deutsche Kunst, 19./20. Jahrhundert

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Ernst Ludwig Kirchner

(Aschaffenburg 1880 – 1938 Frauenkirch)

Ruhendes Mädchen, 1912

Rückseitig mit dem Basler Nachlaßstempel (Lugt 1570b) versehen und nummeriert “B Be/Bg 48”, des weiteren nummeriert “K 2073” und “C 5682”;

Bleistift auf bräunlichem Papier, 34,5 x 57,7 cm

Provenienz: Nachlass des Künstlers Literatur: Kirchner der Zeichner, Ausst.kat., Henze & Ketterer, 2009, Kat.nr. 18 mit Farbabbildung

Echtheitsbestätigung: E. L. Kirchner Archiv, 2013

Großartige, formvollendete Zeichnung Kirchners, die eines seiner Lieblingsthemen zum Inhalt hat: den weiblichen Akt, hier in einer klassischen Ausprägung, nämlich des im Atelier auf einem Diwan ruhenden Mädchens. Die Arbeit entstand zu Beginn der Berliner Jahre Kirchners, als er von der indischen Ajanta Kunst fasziniert war und unter deren Einfluß bereits ein Meisterwerk wie das Gemälde der Frauen im Bade von 1911 geschaffen hatte. Das Brücke - Museum besitzt auch einige Zeichnungen Kirchners, die der unsrigen stilistisch nahe stehen:Frau vor Waschtisch (Gerda) und Weiblicher Rückenakt von 1912.

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Ernst Ludwig Kirchner

(Aschaffenburg 1880 – 1938 Frauenkirch)

Interieur mit stehendem weiblichen Akt, 1914

Signiert unten rechts: “E L Kirchner”; rückseitig mit dem Basler Nachlaßstempel (Lugt 1570b) versehen und in Tinte nummeriert “B Be/Bg 29”, des weiteren nummeriert “K 2091”, “C2155” und “1716”; Bleistiftzeichnung auf gelbem Papier, 29 x 17 cm

Provenienz: Nachlass des Künstlers

Echtheitsbestätigung: E. L. Kirchner Archiv, Wichtrach

Großartige Aktzeichnung aus der wohl wichtigsten Schaffensperiode Kirchners überhaupt: der Zeit seiner berühmten Berliner Straßenszenen und Kokottenbilder, die zwischen 1913 und 1915 entstanden. In einer stolzen und monumentalen Pose, die Arme vor dem Körper verschränkt, steht die junge Frau nackt sicherlich in Kirchners Atelier, die Körperformen charakteristisch kantig und langgestreckt wiedergegeben. Sehr verwandt mit unserer Zeichnung sind die beiden im Brücke- Museum befindlichen mit dem Titel "Nach dem Bad" und "Zwei Figuren im Raum", ebenso wie das ebenfalls dort ausgestellte Gemälde "Sich kämmender Akt" von 1913.

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George Grosz

(1893 - Berlin - 1959)

Ein Spiesser, Berlin - 1920 -

Mit dem «George Grosz» Adressstempel aus der amerikanischen Zeit, rückseitig Kostümentwurf, dort in Bleistift signiert «Grosz», des weiteren rückseitig mit dem Nachlasstempel versehen: «George Grosz Nachlass», Nachlassnr. UC-409-14;

Rohrfeder und Feder in schwarzer Tusche auf chamoisfarbenem Papier, 35,8 x 27,5 cm

Provenienz: Familie des Künstlers Ausstellung: u.a. Hannover, Kestner-Gesellschaft, 1988

Literatur: Serge Sabarsky, George Grosz. Die Berliner Jahre, Ausst.Kat., 1988, Abb. 86 Echtheitsbestätigung: Ralph Jentsch, 2013

Großartiges Blatt von George Grosz aus dem Jahr 1920, stilistisch vergleichbar mit Hauptwerken des Künstlers wie "Deutschland. Ein Wintermärchen" (1918, verschollen) oder "Stützen der Gesellschaft" (1926, Preuss. Kulturbesitz Berlin).

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George Grosz

(1893 - Berlin - 1959)

Mädchenakt, 1927

Signiert unten rechts: „Grosz“; Rückseitig mit dem Nachlaßstempel versehen: „George Grosz Nachlaß“, Nachlaßnr. 5-57-5;

Zimmermannsbleistift auf Papier, 46 x 60,1 cm

Provenienz: Familie des Künstlers

Echtheitsbestätigung: Ralph Jentsch, 2013

Hinreißender weiblicher Halbakt von George Grosz, der auf dem Höhepunkt der Neuen Sachlichkeit 1927 in Berlin entstand. Eine Variante unseres Motivs, ebenfalls mit der sich nach vorn beugenden jungen Frau, wurde vor einigen Jahren bei Fred Jahn in München verkauft (Ausst.kat. George Grosz, 2007, Kat.Nr. 42). Vergleichbar ist auch das Gemälde Maler und Modell aus dem Jahr 1928, welches sich im Museum of Modern Art, New York, befindet.

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George Grosz

(1893 – Berlin - 1959)

Torero, 1927

Vorderseitig mit einem Vermerk von George Grosz für eine geplante Wiedergabe im Druck versehen: „grauer Ton = Raster“, rückseitig mit dem Nachlaßstempel versehen: „George Grosz Nachlaß“, Nachlaß-Nr. 1-30 –7;

Aquarell, Rohrfeder und Feder auf Papier, 64,1 x 47,9 cm

Provenienz: Familie des Künstlers

Echtheitsbestätigung: Ralph Jentsch, 2013

Bedeutendes Aquarell von Grosz, welches 1927 während seines Aufenthaltes in Südfrankreich entstand.

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George Grosz

(1893 – Berlin - 1959)

Sitzender weiblicher Akt mit blauem Tuch

Rückseitig mit dem Nachlaßstempel versehen: „George Grosz Nachlaß“, Nachlaßnr. 1-63-10;

Aquarell auf Papier, 49,9 x 39,2 cm

Provenienz: Familie des Künstlers

Echtheitsbestätigung: Ralph Jentsch, 2013

Ausgesprochen qualitätvolles Aquarell von George Grosz, das um 1938 entstanden ist. Akribisch ausgearbeitet, bringt das Blatt exemplarisch die neusachliche Auffassung des Künstlers zum Ausdruck, wie sie sich in den späten zwanziger Jahren in Berlin herausbildet hat.

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Erich Heckel

(Döbeln 1883 – 1970 Radolfzell)

Lachende Um 1910

Signiert rückseitig: “Heckel”;

Zimmermannsbleistift auf Papier, 13 x 8,9 cm

Echtheitsbestätigung: Hans Geissler, Hemmenhofen; unsere Zeichnung ist im Nachlaß–Archiv zum Werk Erich Heckels unter der Nummer 5858 registriert.

Großartige Zeichnung Heckels, die im städtischen Milieu Dresdens, im Varieté oder Café, entstanden ist. In bester Brücke-Manier ist mit wenigen Strichen ein Kunstwerk entstanden, das an Ausdruckskraft schwerlich zu überbieten ist. Tatsächlich sind die Jahre um 1910 für alle Brücke-Künstler ein Höhepunkt in ihrem Schaffen, kommt doch der kantige, eckige Stil der Gruppe, wie er mit dem deutschen Expressionismus assoziiert wird, zur vollen Ausprägung. Mit der unseren vergleichbare Zeichnungen Heckels bewahren unter anderem das Brücke-Museum in Berlin und das Saarlandmuseum in Saarbrücken

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Erich Heckel

(Döbeln 1883 – 1970 Radolfzell)

Stilleben mit Bantuschemel

Signiert und datiert in Bleistift unten rechts: “Heckel / 57”, links unten betitelt “Bantuschemel”;
Aquarell über Graphit auf Papier, 52 x 25,5

Provenienz: Familie des Künstlers
Echtheitsbestätigung: Hans Geissler, 2015

Früchte und ein afrikanischer Hocker sind die Gegenstände auf diesem zauberhaften Stilleben Heckels. Objekte aus dem schwarzen Kontinent übten auf die Expressionisten große Anziehung aus, standen sie doch für die ursprüngliche, unverfälschte Kultur Afrikas. Heckel genoss das Privileg, von seinem Bruder Manfred immer wieder derartige Stücke geschenkt zu bekommen, verbrachte dieser doch lange Jahre als Ingenieur in Deutsch- Ostafrika.

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Erich Heckel

(Döbeln 1883 – 1970 Radolfzell)

Bäume am Ufer

Signiert und datiert unten rechts mit Bleistift: “Heckel 67”, rückseitig bezeichnet “1967 Bäume am Ufer → Lith. 392” und nummeriert “5712B”;

Aquarell auf festem Papier, 21,8 x 16 cm

Provenienz: Familie der Künstlers

Echtheitsbestätigung: Hans Geissler, 2013

Zauberhafte kleine Bildstudie, die in expressionistisch nervösem und kantigem Strich die Umrisse von Wolken, Bäumen und Landschaft mit schwarzer Kreide wiedergibt. Ein grandioses verhaltenes Kolorit in Aquarellfarben tritt hinzu, in dem zarte Grau-, Blau- und Gelbtöne die Komposition zusammenführen. Hans Geissler verdanken wir den Hinweis, daß es sich um eine Szenerie am Bodensee, und zwar am Untersee, handelt. Heckel diente unser Aquarell als Vorstudie für eine Farblithographie, die unter dem Titel "Bäume am See" im Werkverzeichnis Dube: Erich Heckel. Das Graphische Werk, II, Nr. L 392, abgebildet ist.

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Eduard Bargheer

(1901 - Hamburg - 1979)

Südliche Stadt, 1955

Signiert und datiert unten links: “Bargheer”:

Aquarell auf Bütten, 43,8 x 60 cm

Provenienz: Nachlass des Künstlers

Echtheitsbestätigung: Eduard Bargheer Haus, 2013

Eduard Bargheer gilt als begnadeter Aquarellmaler. Heute ist er vor allem für seine farbenfrohen, verschachtelten und am Rande der Abstraktion angesiedelten Darstellungen aus Ischia berühmt. Eines seiner wichtigsten Motive war das der Südlichen Stadt: kubistisch aufgefasste Ansichten aus Forio d’Ischia, wo er lebte. Unserer "Südlichen Stadt" kommt museale Bedeutung zu, da sie 1955 zu einem Zeitpunkt entstand, als Bargheer den ersten Höhepunkt in der Entwicklung seines neuen geometrisierenden Stils erreichte. Ähnliche Darstellungen mit dem Motiv der Südlichen Stadt aus den 1950-iger Jahren besitzen die Hamburger Kunsthalle, die Staatsgalerie in Stuttgart und das Wallraf-Richartz-Museum in Köln.

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Eduard Bargheer

(1901 - Hamburg - 1979)

Landschaft auf Ischia, 1964

Signiert und datiert u.r.in Bleistift: “Bargheer. 64.”, rückseitig betitelt “Weinberge” und Aquarellstudie “Oasenlandschaft”;

Aquarell auf Bütten, 22,3 x 31,9 cm

Provenienz: Nachlass des Künstlers Echtheitsbestätigung: Eduard Bargheer Haus, 2014

Ausgesprochen poetische, farbenfrohe Darstellung einer Ischia-Landschaft vor dem Berg Epomeo, dessen Zacken sich im Hintergrund der Darstellung abzeichnen. Typisch für Bargheer ist die kubistisch verschachtelte, am Rande der Abstraktion angesiedelte Darstellungsweise, die dennoch Weinberge, Trockenmauern und eine Meeresbucht erkennen lässt. Bargheer ist vor allem für seine Darstellungen aus Ischia bekannt. Seit 1947 verbrachte er regelmäßig einen großen Teil des Jahres auf der Mittelmeerinsel.

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Eduard Bargheer

(1901 - Hamburg - 1979)

Opuntien und Mauern, 1965

Signiert und datiert unten links mit Bleistift: “Bargheer. 65.”, rückseitig betitelt “Opuntien + Mauern”;

Aquarell auf Bütten, 22 x 32 cm

Provenienz: Nachlass des Künstlers

Echtheitsbestätigung: Eduard Bargheer Haus, 2014

Farbenfrohe, lichtdurchflutete Szenerie von der Mittelmeeerinsel Ischia, die Feigenkakteen vor der Kulisse bunter Häuser, eines Kirchturms und den Gipfeln des Berges Epomeo zeigt. Typisch für Bargheer ist die kubistisch verschachtelte, am Rande der Abstraktion angesiedelte Darstellungsweise.

Im Laufe der Jahre hielt Bargheer das Thema “Opuntien und Mauern” mehrfach im Bild fest. Eine Variante besitzt das Von der Heydt - Museum in Wuppertal. 1976 entwarf der Künstler einen Wandteppich mit dem Motiv.